8.3.14

Zum Tod von Claus Fritzsche



Als Guido Watermann begann über die Verwandlung von EsoWatch zu Psiram zu recherchieren, ahnte er noch nicht, dass diese Recherche beinahe in einem Rufmord für ihn enden würde. Wie es sich gehört, nahm Watermann Kontakt mit allen auf, die in den Kampf für oder gegen Esoterik, Homöopathie und weitere Pseudowissenschaften rund um das Aufklärungsportal Psiram verwickelt waren.

So kam es, dass ich Claus Fritzsche interviewte. Ich habe jede Zeile, die ich über ihn schrieb, von ihm selbst bestätigen lassen. Und dennoch hat ihm mein Artikel auf Telepolis nicht gefallen. Über sein System verteilter Blogs ließ er nicht nur einen sonderbaren "Faktencheck" auf mich los, sondern auch weitere diffamierende Beiträge. Durch die geschickte Verlinkung landete man bei einer Google-Suche nach meinem Namen zuerst bei den sogenannten "Faktencheckern", dann erst bei mir.
Damit war ich nicht der Einzige: Kollege Jens Lubbadeh hat die Methode in einem vieldiskutierten Beitrag in der Süddeutschen Zeitung offengelegt. 

Claus Fritzsche hat am 14. Januar Selbstmord begangen. Wie zu lesen war, hat ihm seine Methode, kritische Journalisten zu diffamieren, zuletzt selbst die ökonomischen Basis entzogen: Die Homöopathie-Firmen, die ihn direkt oder indirekt gesponsort hatten wie etwa Biologische Heilmittel Heel, zogen sich nach und nach zurück. Was er kritischen Journalisten bewusst antat, hat zuletzt seine eigene Lebensgrundlage zerstört. Und Guido Watermann hat einen Interviewpartner verloren, wie er ihn keinem Kollegen wünschen mag.

13.11.13

Bundesregierung reagiert auf Kritik aus NS-Regierungskreisen

"Nach massiver Kritik", schreibt heute die Leipziger Volkszeitung, "aus NS-Regierungskreisen und zuletzt auch vom Jüdischen Weltkongress", habe die Bundesregierung nun gehandelt und die Bilder aus dem Schwabinger Kunstfund im Internet veröffentlicht. Bevor hier jetzt Verschwörungstheorien aufkommen, vermutet Guido Watermann, dass dann doch die US-Regierung gemeint war.

31.10.13

Wie viele Pferdestärken hat das Internet?


Der verdienstvolle Beitrag 90 Jahre Radio in Deutschland auf heise.de lässt am Schluss einen Ausblick auf die Zukunft des Radios zu. Dazu erfand der Journalist den schönen Satz: "Das Internet scharrt mit den Hufen." Fragt sich nur, wie viele Hufe das Internet so zur Verfügung hat. Guido Watermann vermutet: ganz schön viele.

1.8.13

Abgewiegelt

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am Wochenende 8./9. Juni über die Folgen der Überschwemmungen im niederbayerischen Deggendorf:

Einen solchen Computer hätte Guido Watermann auch gern.

25.7.13

Bayerisches Schmierentheater um Gustl Mollath

Nein, die Hypovereinsbank habe die Vorwürfe gegen Gustl Mollath nicht bestätigt. Nein, den bayerischen Gerichten sei nichts vorzuwerfen. All diese erstaunlichen Behauptungen kamen von der zuständigen bayerischen Justizministerin, bevor der Fall Gustl Mollath in der Öffentlichkeit ein Thema wurde. So fragte sie rhetorisch noch am 14. Dezember am im bayerischen Landtag: "Glauben Sie ernsthaft, dass unsere bayerischen Staatsanwälte (...) einen großen Bogen um die HypoVereinsbank machen würden?"

Wundersame Wandlung: Seit gestern kämpft Beate Merk für Gustl Mollath. Sie will eigenhändig Beschwerde gegen das ihr unterstehende Landgericht Regensburg einlegen, so die Süddeutsche Zeitung am 25. Juli 2013. Dieses Gericht hat übrigens höchst sonderbar argumentiert: Für die Behauptung, dass ein am Verfahren beteiligter Richter eine Straftat begangen habe, müsse ein rechtskräftiges Urteil vorliegen. Dies liege aber nicht vor. Und selbst wenn eine Rechtsbeugung durch einen Richter nachgewiesen werden könnte, könne dieser wegen Verjährung nicht mehr verurteilt werden. - Ein offensichtlich wackliges Gebilde. Warum stellt sich das Landgericht dümmer als es ist?

In Bayern herrscht Wahlkampf. Der beliebte Münchner Oberbürgermeister Christian Ude tritt gegen Horst Seehofer an (und wird seitdem von der CSU mit Häme übergossen). Christine Hadertauer hat dem CSU-Wahlkampf bereits geschadet, als sie befahl, protestierende Flüchtlinge in Würzburg einfach über den Haufen zu fahren (ihr Fahrer hat sich geweigert Gas zu geben - sonst sähe die Ministerin jetzt PR-technisch ziemlich alt aus). Ob demnächst die bayerische Sozialministerin Hadertauer eine schwer traumatisierte Flüchtlingsfamilie bei sich aufnimmt?

Das Landgericht Regensburg muss sich lächerlich machen und hart bleiben, damit sich eine CSU-Ministerin profilieren kann, und der bayerische Ministerpräsident noch dazu. Die CSU-Politiker wollen als Mollath-Retter in den Wahlkampf ziehen. Was hinterher mit Gustl Mollath geschieht, ist ihnen offenkundig wurscht. Man kann nur hoffen, dass der Mann, wenn er das mitbekommt, nicht verrückt wird.

14.7.13

Spam: Nehmen Sie das Geld vom Terroristen!

Aus meiner Sammlung dumm-dreister Spam-Mails:

Sehr geehrter Herr / Frau,

Ich bin Sgt.. Gerd Klein , ein Deutscher, die Zusammenarbeit mit dem US-Marine Corps zugewiesen Operationsabteilung, in Jordanien, 26. Marine Expeditionary Unit - US Marine Corps. Neben Jordan Grenze zu Syrien.

Sie werden überrascht sein zu erfahren, dass auf Grund der für meine Pflicht, wir einige muslimische Terroristen versuchen, die syrische Grenze in Jordanien, die angeblich Geld von Beamten Hisbollah im Libanon und engagierte sich in Unterstützung des Terrorismus Weltweit überqueren gefangen werden.

Von Untersuchung entdeckten wir, dass die muslimischen Terroristen suchten Geld, um den Terrorismus zu unterstützen und wir entdeckten die Summe von $ 15.500.000,00 {Fünfzehn Millionen fünfhunderttausend US-Dollar Only} in 2 Boxen entlang der Terrorist durchgeführt.

Das Geld wurde bedeutet, um lokalen Militanten und geschulten arabischen Terroristen, die in Angriffe auf die US-Armee im Nahen Osten und weltweit Angriffe nahmen zu sponsern.

Bitte sehen Sie diese News-Blog finden Sie weitere Infos.

http://www.presstv.com/detail/2013/06/07/307672/us-marines-deployed-near-syria-border/ gbtimes.com/focus/politics/blogs/syria-jordan-and-900-us-troops

Bitte No Strings Attached, planen wir mit eigenem diplomatischen Kurier, den Fonds aus dem Jordan schicken, wenn Sie über den Umgang mit diesen Deal mit mir interessiert sind, bitte tun bekommen durch meinen Anwalt über die E-Mail-Adressen unten, weil ich sagte ihm bereits über alles und er wird uns helfen mit den erforderlichen Unterlagen für die Bewegung des Geldes an Sie persönlich. Bitte schreiben Sie nicht mich zurück, weil ich keinen Zugang zum Internet, aber mein Anwalt nur.

Mr.Farouk Issah Esq Office-E-Mail (farouk.issh@azzamlaw.co.uk) www.azzamlaw.com

Yours Beziehungsweise Sgt. Gerd Klein.

9.4.13

Dorn im Stachel

Nachrufe müssen manchmal schnell gehen. Da kann es schon einmal passieren, dass beim Versuch, Margaret Thatchers politisches Wirken zu charakterisieren, der Staat zum "Dorn im Stachel des freiheitlichen Individuums" wird (Martin Eiermann auf The Europeen).

29.3.13

Finanz-Casino-Kapitalismus: Thema bei stoersender.tv

Los geht's! #stoersender.tv Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 1 mit Dieter Hildebrandt, HG Butzko, Ecco Meineke, Konstantin Wecker, Prof. Helge Peukert und Muttis Nordkoreanischem Presseteam Auf YuTube ansehen

22.10.12

Steuern steigen weiter

Dass die Steuern weiter steigen, hätte keinen gewundert. Es sind aber die Steuereinnahmen, die weiter steigen, und das hätte Guido Watermann gern der Überschrift entnommen. Doch auch der Text hat es in sich: Ist es tatsächlich die "Kauflaune" der Bundesbürger, oder nicht doch eher die ungewisse Aussicht, wie es mit dem Euro weiter geht?

19.9.12

Pocht für

Hallo Bayerischer Rundfunk! Die aktuelle Überschrift aus den 11-Uhr-Nachrichten ist auch nicht viel besser. Sie lautet: "Frankreich pocht trotz islamischer Proteste für Recht auf Pressefreiheit". Es geht um Mohammed-Karikaturen. Watermann klopft dreimal auf Holz, hofft für die Franzosen und pocht auf die Grammatik.

Große Stücke

Der Bayerische Rundfunk meldet: "Bundesinnenminister Friedrich setzt große Stücke auf die neue Neonazi-Zentral-Datei." Guido Watermann wüsste gern, was für Stücke: Blumenstücke? Rasenstücke? Tortenstücke? Und ob der Minister sich das größte Stück herausschneidet? Watermann hält große Stücke von guten Metaphern, setzt aber ansonsten keine großen Hoffnungen mehr auf Politikersprache.

11.9.12

Wie Behördensprache nicht sein sollte

Schöne Beispiele dafür, wie Behördensprache nicht sein sollte. Gefunden hat Guido Watermann diese Sammlung bei der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju).

1.9.12

Nicht lustig

Gegen die Moschee des ZIE-M (Zentrum für Islam in München) fand heute auf dem Sendlinger Torplatz eine Demo statt. Einer der Redner: Karl Richter, Stadtrat der rechtextremen Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA). Kein Grund zur Besorgnis: Die Zahl der Gegendemonstranten war höher als die der Demonstrierenden, Zustimmung gab es keine erkennbare. Was Guido Watermann empörte: Die antiislamistischen Populisten schämten sich nicht, die Bilder der ermordeteten israelischen Sportler 1972 zu instrumentalisieren. Sie trugen auch noch einen Magen David triumphierend mit sich herum. Nicht lustig.

31.7.12

PR-Sprech aus dem Arbeitsministerium

Die neuen Arbeitslosenzahlen liegen vor. Von Juni auf Juli 2012 ist die Arbeitslosigkeit um 67.000 auf 2.876.000 gestiegen. Was sagt die zuständige Ministerin, Frau Ursula von der Leyen? Der Bayerische Rundfunk zitiert sie heute um 12 Uhr: "In der ARD sagte die Politikerin, der Arbeitsmarkt sei sehr gesund und sehr robust. Allerdings habe sich die Dynamik bei der Abnahme der Arbeitslosenzahl etwas verlangsamt, so von der Leyen."

16.7.12

Zwischen Dackel und Lößnitz

Unter Eisenbahnfreunden ein Begriff: der Lößnitz-Dackel. Beim ZDF offenbar nicht. Guido Watermann fiel beinahe vom Stuhl, als er in der schönen ZDF-Sendung Hallo Deutschland vom 7. Juli hörte: "Bei Bärnsdorf auf der Schmalspurstrecke zwischen Lößnitz und Dackel liegen Bäume auf der Strecke." Guido Watermanns Phantasie reicht fast nicht aus, um sich den telefonischen Dialog - zumindest auf der einen Seite in reinstem Sächsisch - vorzustellen, der diesem Übermittlungsfehler vorausgegangen ist...

13.7.12

In eigener Sache: Esowatch heißt jetzt Psiram

Am 7. Juli 2012 ging die Website psiram.com online. Der Name sei, erklären die Betreiber, ein Akronym aus Pseudowissenschaft, Irrationale Überzeugungssysteme, Alternative Medizin. Dass es sich nicht um neue Inhalte, sondern den Content des esoterikkritischen Online-Portals Esowatch.com handelte, beschreiben die Betreiber mit einer biblischen Metapher: "Sooo, Lazarus ist aus seinem Grab geklettert. Es hat etwas länger als drei Tage gedauert und er ist noch etwas staubig, aber er ist wieder da." Doch warum war Lazarus verschwunden? Der Frage geht Guido Watermann auf Telepolis nach.

22.4.12

Schwule Protestanten?

Die Süddeutsche Zeitung tut sich in der Wochenendausgabe vom 21.-22. April 2012 schwer mit dem Unterscheiden von Protestanten und Protestierenden. Ob alle Menschen, die gegen die Unterdrückung von Homosexualität in Russland auf die Straße gingen, protestantischen Glaubens waren, darf zumindest bezweifelt werden.