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24.12.16

Bratwürste als Feigenblatt


Aus den Nürnberger Nachrichten, Dezember 2016. Okay, in Nürnberg geht das wahrscheinlich. Die nehmen ja immer drei in am Weggla.

31.10.13

Wie viele Pferdestärken hat das Internet?


Der verdienstvolle Beitrag 90 Jahre Radio in Deutschland auf heise.de lässt am Schluss einen Ausblick auf die Zukunft des Radios zu. Dazu erfand der Journalist den schönen Satz: "Das Internet scharrt mit den Hufen." Fragt sich nur, wie viele Hufe das Internet so zur Verfügung hat. Guido Watermann vermutet: ganz schön viele.

9.4.13

Dorn im Stachel

Nachrufe müssen manchmal schnell gehen. Da kann es schon einmal passieren, dass beim Versuch, Margaret Thatchers politisches Wirken zu charakterisieren, der Staat zum "Dorn im Stachel des freiheitlichen Individuums" wird (Martin Eiermann auf The Europeen).

19.9.12

Große Stücke

Der Bayerische Rundfunk meldet: "Bundesinnenminister Friedrich setzt große Stücke auf die neue Neonazi-Zentral-Datei." Guido Watermann wüsste gern, was für Stücke: Blumenstücke? Rasenstücke? Tortenstücke? Und ob der Minister sich das größte Stück herausschneidet? Watermann hält große Stücke von guten Metaphern, setzt aber ansonsten keine großen Hoffnungen mehr auf Politikersprache.

16.7.12

Zwischen Dackel und Lößnitz

Unter Eisenbahnfreunden ein Begriff: der Lößnitz-Dackel. Beim ZDF offenbar nicht. Guido Watermann fiel beinahe vom Stuhl, als er in der schönen ZDF-Sendung Hallo Deutschland vom 7. Juli hörte: "Bei Bärnsdorf auf der Schmalspurstrecke zwischen Lößnitz und Dackel liegen Bäume auf der Strecke." Guido Watermanns Phantasie reicht fast nicht aus, um sich den telefonischen Dialog - zumindest auf der einen Seite in reinstem Sächsisch - vorzustellen, der diesem Übermittlungsfehler vorausgegangen ist...

31.12.10

Schweigend ins Gespräch vertieft


Linda Dietze lässt in der Leipziger Volkszeitung vom 31. Dezember 2010 Frauen hängend im Mittelpunkt stehen, während sich alles um sie dreht. Wem davon noch nicht schwindlig geworden ist, öffnet das weibliche Geschlecht den Blick in die weite Welt. Das Projekt mündet in einer Ausstellung. Tipp: Ein paar weniger Metaphern um Öffnungen, Mündungen, Drehungen und Stellungen hätten dem Artikel gut getan.

6.2.10

Auf den Mops...



Mehr Dackel braucht das Land. Denn die eigenwilligen Hunde werden in der Beliebtheit inzwischen von Mode-Rassen abgelöst. Die Deutsche Presseagentur (dpa) verstieg sich in einem Dackel-Beitrag nun zur Aussage "Der Mops ist schwer im Kommen". Das kann nun vieles bedeuten. Watermann rätselt: Manche Möpse sind schwer. Andere sind aufgrund ihrer Leibesfülle recht langsam. Oder heißt das, dass jetzt auch noch die Möpse aussterben? (Weitere Konnotationen nicht ausgeschlossen).

Die dpa-Meldung habe ich beim Greenpeace-Magazin gefunden.

22.8.08

Knapp daneben, und Spaß dabei



Dass Brücken in der Luft hängen, ist eine immer wieder gern zitierte Tatsache, findet Watermann. Den Überschriften dichtenden SZ-Journalisten hat das Thema, der Bildempfänger, dabei so inspiriert, dass ihm eine von der Sache her naheliegende Bildlichkeit als Bildspender eingefallen ist. Aber "knapp danehm (daneben) is aa (auch) vorbei", wie der Münchner sagt. Die "Süddeutsche" hat am 20. August aber gleich noch so eine schön-schräge Metapher gefunden, nämlich die S-Bahn, die Gas gibt. Hoffentlich hat sie wenigstens Spaß dabei.

18.7.07

Rückt näher


Hier ist es eine Startbahn, die näher rückt. Auf einer Seite weiter hinten in derselben Ausgabe der Süddeutschen Zeitung rückt auch noch ein Fahrradweg näher. Watermann fühlt sich umzingelt.

21.5.06

Wenn Männer zu sehr dichten


Au. Lieber Alexander Gorkow, hoffentlich passiert Ihnen nie, was Sie über David Gilmour in der "Süddeutschen Zeitung" geschrieben haben. Dass nämlich Ihre Augen mal in die Mangel genommen werden, wenn auch nur von tanzenden Brauen. Viel Glück!

12.11.05

Die NPD greift nach den Sternen


Über den folgenden Text stolperte Guido Watermann auf den Webseiten der NPD:

Während in Berlin um die Posten der Macht geschachert wird, geht die Welt weiter.
Welche man sich in dieser mechanistischen Metaphorik wie eine Art Uhr vorzustellen hat. - ganz naturgesetzlich: "Die NPD in ihrem Lauf / hält weder Ochs noch Esel auf."

Und wer die Welt nicht selbst gestaltet, wird von ihr überrollt werden.
Bei den Nationalen muss es ja immer gleich der ganze Globus sein. Da kann man bildlich gesprochen schon mal unter die Räder, nein, die Kugel kommen.

Das gilt auch für die Außenpolitik.
Und jetzt sind die fernen Galaxien dran. Liebe Außerirdische, zieht euch warm an, die NPD hat sich vorgenommen, auch eure Welten zu gestalten!

30.7.05

Rad ab

Dass ehemalige Minister der Bundesrepublik manchmal nicht alle Tassen im Schrank haben, ist bekannt. Aber was ist von einem Ex-Justiz- und Ex-Außenminister zu halten, der weder gedanklich noch sprachlich im Stande ist, einen Sachverhalt ordentlich zu kommunizieren? Klaus Kinkel über Holger Pfahls: Der sei nur ein "ausführendes Rad am Wagen" gewesen. Kein Rädchen im Getriebe, sondern ein Hinterrad bei Vorderradantrieb? Doch das führt ja nicht aus, sondern läuft mit. Also ein Vorderrad bei Vorderradantrieb? Mithin, wenn schon kein ausführendes, so doch ein getriebenes Rad? Das alles über Holger Pfahls. Der Bayerische Rundfunk und die WELT, die darüber berichteten, können nichts dafür. Da hat wohl der Ex-Minister selbst ein Rad ab.

16.7.05

Wässrige Vision mit Anforderungen


„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, soll Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal gesagt haben. Was aber, wenn einer „wässrige Visionen“ hat? Noch dazu welche „mit Anforderungen“, wie die Leipziger Volkszeitung am 15. Juli schreibt? Rätselhafter, schlüpfriger Osten! Der metaphernverliebte Autor lässt dann auch noch eine Landschaft eine Seenplatte in den Schatten stellen – da wird es rasch kühl:

„Borna. Sachsen im Jahr 2020. Die Seenlandschaft im Südraum Leipzig hat die Mecklenburger Seenplatte längst in den Schatten gestellt. An den Ufern der Tagebaurestseen sind Hotels und Ferienanlagen gen Himmel geschossen.“

... und weg sind sie. So ist das mit Visionen!

„Der Freistaat hat sich mit der Einnahmequelle Tourismus komplett saniert. Eine Vision, die nicht ausschließlich Träumerei bemimt.“

Hier leidet die Verständlichkeit doch ein wenig. Nicht ausschließlich Träumerei bemimt?? Gebannt folgen wir der Erläuterung:

„(...) Alles Zukunftsmusik. Zunächst wird sich die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) darauf konzentrieren, Investoren für eben jene visionäre Hotel- und Erholungsmetropole zu gewinnen.“

Jetzt ist es die Metropole selbst, die visionär ist – immer noch besser als ein visionärer Staatssekretär.

„Im Klartext: Um die Erledigung des Verwertungsauftrages der LMBV zu erleichtern, wurde das Eckpunktepapier erarbeitet, das die Übernahme der Bergbauseen durch den Freistaat vorsieht (die LVZ berichtete).“

Ach so. Gut, dass es den Klartext gibt, sonst würden wir gar nichts verstehen! Außerdem gibt es hier scheuchende Lasten:

„Die Unterhaltungslasten für die Gewässer hatten Investoren bislang verscheucht. Die trägt dann der Freistaat.“

Die Investoren nämlich. Das hatten wir uns in Sachsen ohnehin so vorgestellt. Das Ganze ist

„(...) aus Sicht des Staatssekretärs eine "der besseren Möglichkeiten, möglichst viele private Gelder und Investoren in die Region zu ziehen." Und es habe freilich nichts damit zu tun, dass sich "der Freistaat Seegrundstücke in 1a-Lage sichern will", so Habermann mit einem Augenzwinkern.“

Also doch!