28.9.06
Happy Birthday
"Wenn Sie von München nach Berlin... in 65 Jahren, dann starten Sie im Grunde genommen, starten Sie Ihre Bundeskarriere, 65 Jahre, schauen Sie sich mal die großen Präsidenten an in London oder sonst wo, Charles de Gaulle in Frankreich oder in äh Rom, dann werden Sie feststellen, dass 65 Jahre Sie jederzeit locker in München brauchen um das Kanzleramt zu finden. Wenn Sie vom Wirtschaftsministerium, äh der Staatkanzlei einsteigen, - das bedeutet natürlich dass im Grunde genommen das Kanzleramt näher an Bayern heranwächst, weil das ja klar ist, weil alle Linien in Bayern zusammenlaufen. Lieber Herr Stoiber: Herzlichen Glückwunsch zum 65.Geburtstag." Jürgen Trittin gratulierte Edmund Stoiber mit einer Persiflage auf die bekannte Rede über den geplanten Transrapid zum Flughafen Franz Josef Strauß. Strauß, Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst, sic audivisset in sepulcro rotaretur.
3.9.06
Unser Beitrag zur Pisa-Studie

Das Moselstädtchen Cochem ist weniger für journalistische Leistungen, sondern eher für seine Weine und die entsprechenden Sauftouren berühmt. Auch im Bildblog ist Cochem bisher wenig aufgefallen. Um so überraschter war Guido Watermann, als er beim Flanieren durch die Cochemer Gassen diesen Aufsteller entdeckte. Und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
27.8.06
Pränataler Nationalismus
Identitätsprobleme von Kindern, die von Deutschen im Ausland adoptiert wurden, sind Thema in der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 27.8.2006.
Da wird eine Expertin zitiert: "Das Kind verliere seine Eltern, im Falle einer Auslandsadoption auch seine Kultur, es werde in eine fremde Welt hineingeworfen, denn den Lebensrhythmus, die Sprache und Geräusch der ursprünglichen Heimat verinnerlicht schon das Ungeborene im Mutterleib."
Da denke ich mir so allerhand. Woher sie das wohl weiß? Und ob Rassereinheit wieder Konjunktur hat?
Und warum funktioniert das mit dem Nationalismus bei mir so gar nicht?
Aber ach, die Antwort liegt auf der Hand: Als Siebenmonatskind hatte ich einfach nicht genug Zeit im Mutterleib, um die deutsche Kultur zu verinnerlichen.
Da wird eine Expertin zitiert: "Das Kind verliere seine Eltern, im Falle einer Auslandsadoption auch seine Kultur, es werde in eine fremde Welt hineingeworfen, denn den Lebensrhythmus, die Sprache und Geräusch der ursprünglichen Heimat verinnerlicht schon das Ungeborene im Mutterleib."
Da denke ich mir so allerhand. Woher sie das wohl weiß? Und ob Rassereinheit wieder Konjunktur hat?
Und warum funktioniert das mit dem Nationalismus bei mir so gar nicht?
Aber ach, die Antwort liegt auf der Hand: Als Siebenmonatskind hatte ich einfach nicht genug Zeit im Mutterleib, um die deutsche Kultur zu verinnerlichen.
16.7.06
Unsere Elf

11 liebevoll arrangierte Objekte (Pinsel) finden sich in einer Auslage an der Münchner Schellingstraße.
21.5.06
Wenn Männer zu sehr dichten
30.3.06
Eidotter oder Zitrone?
Was Journalismuslehrer und Journalistenschüler so treiben, erfährt man im Normalfall nicht. Zur Freude der Journalist Academy plaudert Kontemplator aus der Schule.
28.1.06
Hähnchen mit Studentenausweis
"Ein Glück, dass man nicht alles selber machen muss", sagte Tom Kaiser und verwies Guido Watermann aufs Zwiebelfischchen.
Viel Spaß beim Lesen!
Viel Spaß beim Lesen!
16.1.06
Warum Angestellte so wenig arbeiten
Auf der Seite "Beruf und Bildung", die in der Regel von Menschen gelesen wird, die zur Zeit keine Arbeit haben, fand die "Süddeutsche Zeitung" es am 14. Januar originell, diese Grafik abzudrucken. Sie erinnerte Guido Watermann, der aus einer Lehrersfamilie stammt, an einen alten Witz aus dem Witzbüchlein seines Großvaters.Wie kommt es, dass Lehrer nichts arbeiten? Na klar, sie arbeiten nachts nichts, also fällt schon einmal die Hälfte des Jahres weg. Bleiben 182 Tage. Auch am Nachmittag arbeiten sie nichts - nochmal die Hälfte weg, bleiben 91 Tage. Jetzt ziehen wir noch die Wochenenden ab, minus 144 Tage, und die Ferien...
Der Arbeitslose, so will die Süddeutsche Zeitung vielleicht witzeln, soll mal bloß nicht jammern über die viele freie Zeit. Denn den armen Angestellen ergeht es noch viel schlimmer: Arbeiten sie doch ohnehin schon nur 58 Prozent der Zeit. Und wenn man jetzt noch die Nächte abzieht, bleibt die Hälfte, das sind noch 106 Tage im Jahr. Wenn man bedenkt, dass man die Hälfte davon entweder isst oder faulenzt, bleiben noch 53 Arbeitstage. Und davon sind 28 oder mehr Urlaubstage...
Die "Süddeutsche" meint das aber ganz ernst.
29.12.05
25.12.05
Russische Weihnacht

Guido Watermanns Leib- und Magenblatt, die Leipziger Volkszeitung, fällt unter der Überschrift „Russische Weihnachten – sehr deutsch“ mit der Tür ins Haus: „Weichnachten ist eine Zeit der Besinnung“. Und fährt fort: „Doch wir feiern die so genannten Deutsch-Russen (...)?“ Hier ein „c“ zu viel, dort ein „r“ statt ein „e“ – vor lauter Wodka kann das schon mal vorkommen.
Doch nein, in Borna gibt es keinen Wodka. Ein Ehepaar wird hier zum Grog eingeladen – „’Dabei sprechen wir genauso schlecht deutsch wie russisch’, erzählt Hermann.“ Das ist wohl eher eine Selbstaussage des Journalisten. Wenn er sagen will, dass es deutsch-russische Paare gibt, schreibt er: „Es gibt in ihrer ehemaligen Heimat auch viele Ehen mit Russen und Deutschen.“
Wie es die Russen mit der Religion halten, erschließt sich nicht auf Anhieb: „Und selbst unter den Orthodoxen gibt es in Russland kleine Unterschiede, da sie sich sowohl als katholisch und die Katholiken selbst als orthodox betrachten.“ Betrachten jetzt die Orthodoxen die Katholiken als katholisch, oder sich selbst? Wer betrachtet die Katholiken als orthodox? Und worin liegt der kleine Unterschied? Fragen über Fragen.
Der nächste Satz lässt mindestens ebenso viele Fragen offen: „In dieser Zeit fasten viele Menschen mit und ohne Fisch. Hermann liebt Fisch.“ Fastet sie jetzt gerade deshalb ohne Fisch, oder mit? Liebt sie dann das Fasten? Die deutsch-russische Seele bleibt auch an dieser Stelle rätselhaft. Dass die Deutsch-Russen, wie im letzten Satz behauptet, im Gehen beten, glauben wir dem Reporter auch nur bedingt.
Unser Journalist lässt auch den Klassiker des Deutschlehrens nicht aus. Über Frau Hermann schreibt er: „...und lehrt ihnen die deutsche Sprache“. Dabei weiß doch jeder, dass das „lernt“ heißen muss!!
29.11.05
Wachsame Apachen
Dass die Kelly-Familie nicht singen kann, wussten wir schon; dass sie auch nicht programmieren (lassen) kann, hat Kontemplator, Bruder der Journalist Academy im Geiste, herausgefunden: Die dunkle Seite der Kelly-Family. Viel Spaß beim Lesen.
27.11.05
Denn Du bist Deutschland
16.11.05
12.11.05
Die NPD greift nach den Sternen

Über den folgenden Text stolperte Guido Watermann auf den Webseiten der NPD:
Während in Berlin um die Posten der Macht geschachert wird, geht die Welt weiter.
Welche man sich in dieser mechanistischen Metaphorik wie eine Art Uhr vorzustellen hat. - ganz naturgesetzlich: "Die NPD in ihrem Lauf / hält weder Ochs noch Esel auf."
Und wer die Welt nicht selbst gestaltet, wird von ihr überrollt werden.
Bei den Nationalen muss es ja immer gleich der ganze Globus sein. Da kann man bildlich gesprochen schon mal unter die Räder, nein, die Kugel kommen.
Das gilt auch für die Außenpolitik.
Und jetzt sind die fernen Galaxien dran. Liebe Außerirdische, zieht euch warm an, die NPD hat sich vorgenommen, auch eure Welten zu gestalten!
1.9.05
Osteuropa
Mit dem Engagement deutscher Verleger in Osteuropa beschäftigt sich die journalistische Fachzeitschrift Insight in ihrer August-Ausgabe. Dort stand es (früher!) um die Pressefreiheit und somit um die Kenntnis grundlegender journalistischer Fähigkeiten nicht allzu gut. Ralf Geissler schreibt in Insight: "Viele sozialistisch geschulte Redakteure hatten keine Ahnung, wie man sexy Überschriften macht, wie viel Busen auf dem Playboy-Titel zu sehen sein muss und was man Teenagern bieten sollte, damit sie zur Bravo greifen."
Die Kollegen haben schnell dazu gelernt.
Die Kollegen haben schnell dazu gelernt.
23.8.05
Über die bayerischen Staatsforste
Es ist Sommer. Das Wetter macht trübsinnig. Ich lese Zeitung.
Was schreibt die Süddeutsche im Bayern-Teil (Seite 1)? "Minister Miller würdigt Arbeit der Almbauern." (46 Zeilen) "Forstminister Miller sieht im Wald ein großes wirtschaftliches Potential" (96 Zeilen) Außerdem: Ein Interview mit dem Vorsitzenden der Bayerischen Staatsforste (272 Zeilen). Weiter: "Landesumweltamt rechnet nicht mit großem Hochwasser" (75 Zeilen) Habe ich etwas übersehen? Ach ja, die Meldung rechts unten. Hier heißt es: "Von der Public-private-Partnership erwartet Bayerns Innenminister Günther Beckstein eine Steigerung der Effizienz bei öffentlichen Bauten."
Es regnet immer noch. Alle sind in Urlaub.
Nur die Pressestelle der Staatsregierung nicht.
Was schreibt die Süddeutsche im Bayern-Teil (Seite 1)? "Minister Miller würdigt Arbeit der Almbauern." (46 Zeilen) "Forstminister Miller sieht im Wald ein großes wirtschaftliches Potential" (96 Zeilen) Außerdem: Ein Interview mit dem Vorsitzenden der Bayerischen Staatsforste (272 Zeilen). Weiter: "Landesumweltamt rechnet nicht mit großem Hochwasser" (75 Zeilen) Habe ich etwas übersehen? Ach ja, die Meldung rechts unten. Hier heißt es: "Von der Public-private-Partnership erwartet Bayerns Innenminister Günther Beckstein eine Steigerung der Effizienz bei öffentlichen Bauten."
Es regnet immer noch. Alle sind in Urlaub.
Nur die Pressestelle der Staatsregierung nicht.
18.8.05
Gelernt ist gelernt
Heute wurde Guido Watermann Zeuge, wie ein junger Mann hinterm Marktplatz in Borna Leute anmachte. "Guten Tag, darf ich Sie mal was fragen?" Wer nach dieser Ansage nicht die Flucht ergriff, weil er sich im Griff eines Zeitungsvertreters oder von Scientology wähnte, erfuhr, dass der junge Mann im Auftrag der Leipziger Volkszeitung eine Umfrage durchführte. Und zwar darüber, was man denn so von Edmund Stoiber und seinen Äußerungen über die Ostdeutschen halte. Watermann sah dem eine Weile zu und wunderte sich, dass niemand dem jungen Mann eine Keule über den Kopf schlug. Zu einem Interview kam es aber auch nicht.
Guido Watermann wollte sich schon drücken, da wurde er auch angesprochen. Aber fix, wie wir Journalisten sind, schoss er zurück: "Da kann ich Ihnen gar nicht helfen. Ich bin nämlich aus Bayern!" Da freute sich der junge Mann erst: "Fein, ich auch!" Und stutzte dann: "Das hilft mir aber gar nichts, ich soll Ostdeutsche fragen..."
Es entspann sich noch ein nettes Gespräch, in dem Guido Watermann, der neugierig Fragen stellte, erfuhr, dass der junge Mann aus einem kleinen Ort hinter Augsburg kommt und derzeit - noch - ein Volontariat in der Zentrale der Leipziger Volkszeitung macht. Wir trennten uns im besten Einvernehmen.
Ob der junge Mann von seinem Redakteur wohl arg gerüffelt wurde, weil er versäumt hat, einen Bayern, der zufällig in Westsachsen spazieren geht, nach seiner Meinung zu Stoiber zu fragen? Auf jeden Fall hatte er mit seiner Methode weniger Arbeit. Laut Stoiber sind wir Bayern ja intelligenter als die Ossis. Und das hat unser Volontär wieder einmal bewiesen, liebe LVZ!
Guido Watermann wollte sich schon drücken, da wurde er auch angesprochen. Aber fix, wie wir Journalisten sind, schoss er zurück: "Da kann ich Ihnen gar nicht helfen. Ich bin nämlich aus Bayern!" Da freute sich der junge Mann erst: "Fein, ich auch!" Und stutzte dann: "Das hilft mir aber gar nichts, ich soll Ostdeutsche fragen..."
Es entspann sich noch ein nettes Gespräch, in dem Guido Watermann, der neugierig Fragen stellte, erfuhr, dass der junge Mann aus einem kleinen Ort hinter Augsburg kommt und derzeit - noch - ein Volontariat in der Zentrale der Leipziger Volkszeitung macht. Wir trennten uns im besten Einvernehmen.
Ob der junge Mann von seinem Redakteur wohl arg gerüffelt wurde, weil er versäumt hat, einen Bayern, der zufällig in Westsachsen spazieren geht, nach seiner Meinung zu Stoiber zu fragen? Auf jeden Fall hatte er mit seiner Methode weniger Arbeit. Laut Stoiber sind wir Bayern ja intelligenter als die Ossis. Und das hat unser Volontär wieder einmal bewiesen, liebe LVZ!
30.7.05
Rad ab
Dass ehemalige Minister der Bundesrepublik manchmal nicht alle Tassen im Schrank haben, ist bekannt. Aber was ist von einem Ex-Justiz- und Ex-Außenminister zu halten, der weder gedanklich noch sprachlich im Stande ist, einen Sachverhalt ordentlich zu kommunizieren? Klaus Kinkel über Holger Pfahls: Der sei nur ein "ausführendes Rad am Wagen" gewesen. Kein Rädchen im Getriebe, sondern ein Hinterrad bei Vorderradantrieb? Doch das führt ja nicht aus, sondern läuft mit. Also ein Vorderrad bei Vorderradantrieb? Mithin, wenn schon kein ausführendes, so doch ein getriebenes Rad? Das alles über Holger Pfahls. Der Bayerische Rundfunk und die WELT, die darüber berichteten, können nichts dafür. Da hat wohl der Ex-Minister selbst ein Rad ab.
21.7.05
Ein Fall für www.deppenapostroph.de

Info’s im Netz – Wie sicher sind sie?
fragen sich Frank Hommel-Bytyqi und Christoph Meichsner auf einer Site der Universität Leipzig (Stand 21.7.05).
Dass diese Überschrift ein Fall für deppenapostroph.de ist – geschenkt. Aber dass bei soviel erhobenem Zeigefinger
„Das oberstes Gebot für den verantwortungsbewussten Journalisten heißt: Recherchiere sorgfältig. Überprüfe alle deine Informationen: Stimmen Sie auch?“
ein Schlampigkeitsfehler den anderen jagt, ist ärgerlich. Das oberste Gebot wurde nicht eingehalten, ich stimme nicht, und auch nicht zu!
„Nicht umsonst hat de Deutsche Presserat die Sorgfalt der Recherche in seinen Pressekodex übernommen.“ Abbe de Stern seine nich:
„Schon vor dem Siegeszug des Internet wurde diese Regel oft gebrochen. Mitunter sorgten spektakuläre Faschmeldungen für Furore. Der Stern etwa behauptete 1983, Hitler-Tagebücher seien in seine Besitz.“
Ob bei den Faschmeldungen das „o“ vergessen wurde? Tipp an die Universität Leipzig, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Abteilung Journalistik: nicht nur "de Info’s" überprüfen, sondern auch den eigenen Text.
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