23.2.08

Sozimist



Liebe Wikipedia, da hast du aber eine Zeitlang gebraucht, um das zu merken...

12.1.08

Subtiles Marketing

Web 2.0 ist eine feine Sache. Nur mit dem Geld verdienen, das haut noch nicht überall so richtig hin. Da gibt es ein Portal, mit dem man angeblich alte Klassenkameraden wieder finden kann. Watermann meldete sich brav an, sandte über das Portal eine Nachricht an einen alten Kumpel, ohne dass das Portal irgendwie gemeckert hätte. Und schon zwei Stunden später (der Bot arbeitet ein bisschen langsam) fand er folgende Mail in seinem Postfach:

--
Hallo Guido,

soeben hat XYZ versucht, die von Ihnen am zzzzzz
um zzzzz Uhr geschickte Nachricht zu öffnen.

Betreff: "Schön dich hier wieder zu finden!"

Da Sie aber beide kein Goldmitglied sind, konnte XYZ die Nachricht
leider nicht lesen.

Wenn Sie jetzt die Goldmitgliedschaft erwerben, so benachrichtigen wir
XYZ, dass die Nachricht nun gelesen werden kann:
http://go.stayfriends.de/zzzzzzzzzzzzzzzzzz

Profitieren Sie mit der Goldmitgliedschaft von folgenden Vorteilen
- Über alle Neuzugänge bei StayFriends stets informiert sein
- Für alle StayFriends-Mitglieder sofort erreichbar sein
- Neuerungen von StayFriends sofort uneingeschränkt nutzen können
- Kontakte zu alten Freunden dauerhaft aufrechterhalten
- Kein Klassentreffen mehr verpassen

Profil von XYZ anschauen:
http://go.stayfriends.de/zzzzzzzzzzzzzzzzzzzz

Direkt zu meinem Postfach:
http://go.stayfriends.de/zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz

Viele Grüße
Oliver Thiel
StayFriends Mitgliederbetreuung
--

Watermann hat die Mail weitgehend anonymisiert. Wenn er sich's aber recht überlegt, sieht das nicht gut aus fürs Web 2.0. Bei einem derart subtilen Marketing...

18.7.07

Rückt näher


Hier ist es eine Startbahn, die näher rückt. Auf einer Seite weiter hinten in derselben Ausgabe der Süddeutschen Zeitung rückt auch noch ein Fahrradweg näher. Watermann fühlt sich umzingelt.

19.6.07

Einkommensschere im Kopf

Eine rätselhafte Meldung des Bayerischen Rundfunks brachte Guido Watermann heute ins Grübeln:

13:00 Uhr: Einkommensschere in Deutschland geht weiter auseinander
Berlin: Die Schere zwischen Spitzen- und Geringverdienern in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter auseinander gegangen. Das geht aus einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, hervor. Demnach verdienten Spitzenkräfte im Jahr 2005 mehr als 3-mal so viel wie die Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen. In Frankreich, Japan, Schweden und den Niederlanden hat sich die Lohnschere dagegen kaum geöffnet (...) (Quelle: www.br-online.de)

Herr Ackermann verdient also mehr als dreimal so viel wie Guido Watermann? Das will dieser gerne glauben. Aber das kann, dachte sich Watermann, nicht der Kern der Nachricht sein. Etwas Recherche förderte eine andere Meldung zutage, die auf derselben AP-Meldung basiert:

Danach verdienten Spitzenkräfte im Jahr 2005 im Schnitt 3,1 mal so viel wie die 10% mit den niedrigsten Löhnen. (Quelle: www.finanznachrichten.de)

Ein Ackermann auf zehn Watermänner? Oder umgekehrt? Erst ein Blick auf die Original-Pressemitteilung nennt die Bezugsgröße:

Trotz dieses allgemeinen Trends sind die Unterschiede zwischen den OECD-Ländern und selbst zwischen den EU-Ländern beachtlich. So hat sich zwischen 1995 und 2005 in Frankreich, Finnland, Japan, Schweden, und den Niederlanden die Lohnschere kaum geöffnet. In Spanien und Irland sind im gleichen Zeitraum die Löhne für Geringverdiener sogar schneller gewachsen als für Spitzenkräfte. In Deutschland hingegen ist das Einkommensgefälle deutlich stärker als in der Mehrheit der OECD-Länder gestiegen. So verdienten die höchstbezahlten zehn Prozent der Arbeitnehmer im Jahr 2005 im Schnitt 3,1 mal so viel wie die zehn Prozent mit den niedrigsten Löhnen. Im Jahr 1995 war es nur 2,8 mal so viel. (Quelle: www.oecd.org)

So ist das mit dem Redigieren.

4.4.07

Kultur hin oder her

Sex sells. Das weiß auch die Süddeutsche Zeitung. Also brachte die gestrige Ausgabe ein Interview mit dem Veranstalter einer Sexmesse in Barcelona, der gerne Pornofilme mit finanzieller Unterstützung des spanischen Staats ins Katalanische übersetzen würde.

Die Bebilderung? Kein Problem. Eine blonde vollbusige Italienerin, der Redaktion der Süddeutschen Zeitung als Polit-Porno-Star bekannt, war auf der Messe. Die Bildunterschrift: „Diskutiert gerne auch über katalanische Kultur: Gaststar Cicciolina.“ Klingt interessant.

Was sagt der Interviewte dazu? „Unser Stargast an diesem Wochenende war zum Beispiel Cicciolina. Die hat mit der katalanischen Kultur nicht so viel zu tun.“ Aber sie verkauft sich gut. Auch in einer Qualitätszeitung. Kultur hin oder her.

26.3.07

Geis auf der Waide



Wiewohl Wilderer zu Watermanns Lieblingsfiguren zählen, verdient dieser hier ebenso wenig Lob wie sein Autor. Der Wilderer hat sich dabei "weidgerechter" verhalten, schließlich hat er sein Opfer auf der Weide erschossen, während sich der Journalist die Finger waidwund geschrieben hat. Das arme Tier kann nichts dafür, dass es zu einer "Rehgeis" wurde. Eine Geiß kann es nicht sein, die schreibt sich anders, und zum Wort "Ricke" hat es beim Journalisten nicht gereicht. Vielleicht, weil bei den Nürnberger Nachrichten (Ausgabe 24./25.3.2007) doch eher weniger Jäger zu finden sind?

25.2.07

24.2.07

Dürfen Journalisten Dienstleister sein?


Besteht nicht die Gefahr, dass Journalisten am Ende Dienstleister ihrer Leser seien? Das war die Frage, die ganz zum Schluss an die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zu "Journalismus online" am 23.2.2007 in München gestellt wurde - ausgerechnet von einem Vertreter der Journalistenausbildung. Hans Helmreich vom Bayerischen Rundfunk rettete zum Glück die Ehre der Journalistenzunft. Mit seinem Statement zu BR-online.de beginnt auch dieses Video.

15.2.07

Alkoholverbot für Bafög-Empfänger



Guido Watermann ist sich nicht sicher, wie der Bayerische Rundfunk das gemeint hat: Alkoholverbot für Bafög-Empfänger? Oder doch eher für Journalisten?

6.12.06

Starker Tobak

Nicht immer nur Mainstream lesen. Also liegt diese Woche die Jungle World auf dem Lesetisch. Was schreibt Andreas Hartmann in einer Filmkritik über Leonardo DiCaprio?

"Er ackert, schwitzt und zeigt seine Muskeln, nicht mehr wie ein blasses Jüngelchen wirkt er, sondern wie ein ganzer Kerl."


Genau das wollten wir immer schon haben. Auf die Bäume ihr Affen!

3.11.06

Arbeitslosenquote, sehr schön

Frank-J. Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, freut sich über die schönen Arbeitslosenzahlen im Oktober: ein Minus von 153.000 drückt die Zahl auf 4.085.000, und damit unter die magische Quote von zehn Prozent. Wie kommt es dazu? Die Pressemitteilung weiß die Antwort: "Neben dem positiven konjunkturellen Umfeld dürfte ein Teil der Abnahme auf der intensiveren Betreuung von Arbeitslosen und der systematischen Aktualisierung von Bewerberangeboten beruhen. Auch der entlastende Einsatz von Arbeitsmarktpolitik hat etwas zugenommen."

Was nicht so deutlich in der Pressemitteilung steht: Den Oktober verbrachten 132.601 Personen in einer Weiterbildungsmaßnahme.





Allein im Sepember waren knapp 40.000 Menschen in eine solche Weiterbildungsmaßnahme eingetreten. Im Oktober waren es dann nochmal knapp 35.000 Personen.





Sind die Zahlen also nicht wirklich schön? Die schwarz-rote Bundesregierung hat lediglich zu einer Schönfärbungsmethode der Arbeitslosenzahlen gegriffen, die die Regierung Kohl seit den 80-er Jahren systematisch betreibt. Es gab nur eine Regierung der letzten Jahre, die das Gegenteil des Schönfärbens der Arbeitslosenzahlen betrieben hat: die rot-grüne. Stattdessen hat sie nachgezählt und mithilfe der Hartz-Reformen präzise Zahlen auf den Tisch gelegt.

Dafür wurde sie dann auch nicht wiedergewählt.

--
Quelle für die Zahlenangaben: Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 2. November 2006; Bundesverband Berufliche Bildung.

18.10.06

Stoiber auf den Medientagen München: Das ganz normale Leben

Bei der Eröffnung der Medientage München hielt der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber eine Rede. Das Publikum, lauter Leute aus der Medienbranche, wartete gespannt auf die berühmten Ähs und Ähems. Nichts. Edmund Stoiber hatte geübt und sprach so schnell, dass er teilweise ganze Wörter verschluckte oder zumindest sehr nuschelte. Das klang dann so: Wenn sich die Medienleute in München versammeln, sei das für die Medientage "ein unglückliches Zeichen..." (Publikum erstarrt) - erst aus dem Kontext wird klar, gemeint war: ein untrügliches Zeichen.

Da die Rede im Wesentlichen von einem kundigen Mitarbeiter der Staatskanzlei geschrieben war, ging auch beim Vorlesen weiter nichts schief. Der Satz "Das ganz normale Leben darf im Fernsehen nicht die Ausnahme sein" stand wohl wirklich so im Manuskript.

Aber was muss der Redenschreiber gezittert haben, als Stoiber zu einem frei gesprochenen Einschub anhub, um die Globalisierung der Medien "an einem ganz praktischen Beispiel" zu beschreiben: "Das größte Ereignis der letzten Jahre war vor wenigen Wochen... (Stoiber macht eine Pause) ... der Besuch des ... des bayerischen Papstes ... aus Deutschland ... in Bayern." Heiterkeit im Publikum. Stoiber, nach einem vergeblichen Versuch, weiter zu machen (er wollte eigentlich den Bayerischen Rundfunk loben): "I woaß gar net, was es da zu lachen gibt?"

28.9.06

Happy Birthday

"Wenn Sie von München nach Berlin... in 65 Jahren, dann starten Sie im Grunde genommen, starten Sie Ihre Bundeskarriere, 65 Jahre, schauen Sie sich mal die großen Präsidenten an in London oder sonst wo, Charles de Gaulle in Frankreich oder in äh Rom, dann werden Sie feststellen, dass 65 Jahre Sie jederzeit locker in München brauchen um das Kanzleramt zu finden. Wenn Sie vom Wirtschaftsministerium, äh der Staatkanzlei einsteigen, - das bedeutet natürlich dass im Grunde genommen das Kanzleramt näher an Bayern heranwächst, weil das ja klar ist, weil alle Linien in Bayern zusammenlaufen. Lieber Herr Stoiber: Herzlichen Glückwunsch zum 65.Geburtstag." Jürgen Trittin gratulierte Edmund Stoiber mit einer Persiflage auf die bekannte Rede über den geplanten Transrapid zum Flughafen Franz Josef Strauß. Strauß, Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst, sic audivisset in sepulcro rotaretur.

3.9.06

Unser Beitrag zur Pisa-Studie



Das Moselstädtchen Cochem ist weniger für journalistische Leistungen, sondern eher für seine Weine und die entsprechenden Sauftouren berühmt. Auch im Bildblog ist Cochem bisher wenig aufgefallen. Um so überraschter war Guido Watermann, als er beim Flanieren durch die Cochemer Gassen diesen Aufsteller entdeckte. Und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

27.8.06

Pränataler Nationalismus

Identitätsprobleme von Kindern, die von Deutschen im Ausland adoptiert wurden, sind Thema in der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 27.8.2006.
Da wird eine Expertin zitiert: "Das Kind verliere seine Eltern, im Falle einer Auslandsadoption auch seine Kultur, es werde in eine fremde Welt hineingeworfen, denn den Lebensrhythmus, die Sprache und Geräusch der ursprünglichen Heimat verinnerlicht schon das Ungeborene im Mutterleib."
Da denke ich mir so allerhand. Woher sie das wohl weiß? Und ob Rassereinheit wieder Konjunktur hat?
Und warum funktioniert das mit dem Nationalismus bei mir so gar nicht?
Aber ach, die Antwort liegt auf der Hand: Als Siebenmonatskind hatte ich einfach nicht genug Zeit im Mutterleib, um die deutsche Kultur zu verinnerlichen.

16.7.06

Unsere Elf


11 liebevoll arrangierte Objekte (Pinsel) finden sich in einer Auslage an der Münchner Schellingstraße.

21.5.06

Wenn Männer zu sehr dichten


Au. Lieber Alexander Gorkow, hoffentlich passiert Ihnen nie, was Sie über David Gilmour in der "Süddeutschen Zeitung" geschrieben haben. Dass nämlich Ihre Augen mal in die Mangel genommen werden, wenn auch nur von tanzenden Brauen. Viel Glück!